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Altersarmut - Ein Blick auf ...

Heidrun S. und was bleibt nach einem arbeitsreichem Leben?

Seit Ende 2020 steht die Stiftung in Kontakt mit Frau Heidrun S. (77 J.) und unterstützt sie über die monatliche Patenschaftshilfe. Die Verbindung entstand über die sehr engagierte Gemeinschwester Plus in Speyer, die Frau S. regelmäßig besucht. Frau S. lebt seit einiger Zeit in einer städtischen Unterkunft in Speyer, da sie aufgrund mangels Alternativen nach einem Wohnungsverlust dort untergekommen ist. Die Umstände dort vor Ort sind für eine ältere Frau nicht einfach, es ist laut, ein ständiger Wechsel an Bewohnern und die Lage etwas abseits vom Stadtzentrum. Der Wohnungsmarkt ist angespannt, eine bezahlbare und altersgerechte Wohnung zu finden umso schwerer mit einer kleinen Rente. Frau S. erhält keine Grundsicherung oder kein Wohngeld, da sie mit ihrer Altersrente von netto etwas über 900 € und der zu entrichtenden Miete für die städtische Unterkunft aktuell gerade so über den Bedarfssätzen liegt. Trotzdem bleiben ihr weniger als ca. 500 € im Monat und sie fällt damit in die Förderkriterien der Stiftung. Frau S. hatte immer ein Ohr für Andere, sie kam an der Nordsee zur Welt, machte in Freiburg eine Ausbildung zur MTA, lebte in Bonn und privat verschlug sie es später nach Speyer. In Speyer hatte sie einen Secondhandladen, u.a. für Kinder, sie lebte sparsam und half, wo immer es ihr möglich war. Sie kannte die Nöte ihrer Kunden, ob alleinerziehend oder arbeitslos. Auch im fortgeschrittenen Alter und in ihrer jetzigen Situation teilt sie mit Nachbarn das, was sie hat. Doch ihr größter Wunsch, eine kleine Wohnung in einer anderen Umgebung zu finden, ging noch nicht in Erfüllung. Am 4.11.2022 veröffentlichte die Lokalausgabe Speyer der Rheinpfalz einen Bericht über Frau S. und die Hilfe durch die Stiftung. Frau S. hat sich im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen im Alter getraut über ihre Altersarmut offen zu berichten. Daraufhin hat sich ein Spender für die benötigten 2 Paar Schuhe gemeldet, leider gab es noch kein Angebot für eine Wohnung, obwohl Frau S. durchaus in 2023 Anspruch auf Wohngeld oder ergänzende Grundsicherung neben ihrer Rente haben dürfte. Frau S. bleibt Optimistin trotz aller Beschwerlichkeiten und wer weiß, ob im Jahr 2023 nicht doch ein Umzug anstehen wird. Die Stiftung unterstützt Frau S. weiterhin.